Hilfe, ich werde nicht verstanden!

„Kommunikation (lateinisch communicatio ‚Mitteilung‘) ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen, die auf verschiedenen Arten (verbal, nonverbal) oder verschiedenen Wegen (Sprechen, Schreiben) stattfinden kann.“ (Wikipedia) Sie begleitet uns in jeder Lebenslage. Es ist nicht möglich, nicht zu kommunizieren. (Paul Watzlawick) Da ich mit Menschen arbeite, beschäftige ich mich mit der Kommunikation als Sozialhandlung, also psychologisch, systemtheoretisch und verhaltenstheoretisch. Klingt komplex, ist es auch.

Dessen ungeachtet möchte ich Ihnen hier in diesem Beitrag einfache Anregungen, Tipps und Möglichkeiten aufzeigen, sich in der Kommunikation zu beobachten, zu üben, einen Stil zu entwickeln, klarer und sicherer zu werden.

Wahrscheinlich ist Kommunikation auch ein großer Bestandteil Ihrer täglichen Arbeit. Möglicherweise halten Sie Präsentationen und Vorträge, sind in Diskussionen mit verschiedensten Anspruchsgruppen, entwickeln Absprachen, erarbeiten Verträge oder verabreden unterschiedlichste Vorgehen. Nicht zuletzt sind es die Pausen oder normalen Flurgespräche, in denen Sie im Kontakt zu anderen Menschen stehen und wo es hilfreich ist einen guten Kommunikationsstil zu pflegen.

Nichts ist einfacher, als in der Kommunikation zu scheitern.

Und haben Sie auch manchmal den Eindruck, dass Sie nicht verstanden werden? Sie reden regelrecht aneinander vorbei und geraten in Missverständnisse? Das ist DIE Basis einer Auseinandersetzung. Viele Menschen sind nicht besonders geübt in Kontroversen. Sie reden dazwischen, sind ungenau und vielleicht auch etwas bequem. Wenn Sie so agieren, wird es Ihnen wahrscheinlich sehr gut gelingen aneinander vorbei zu reden. Leider sind Beziehungen dann häufig in Gefahr.

Es kann verschiedene Gründe geben, warum Sie nicht verstanden werden. Sie können erforschen, woran es liegt. Treten bestimmte Hindernisse immer wieder auf und gibt es die Möglichkeit Rahmenbedingungen zu verändern. Drucken Sie sich die folgende Checkliste aus und beobachten Sie. Immer wenn Sie das Gefühl haben, dass es Missverständnisse gibt, überprüfen Sie anhand der Liste, welche Gründe es geben könnte. Bestimmt haben Sie Ideen, wo Sie anders und besser kommunizieren können.

Kommunikation und Missverständnisse

6 Anregungen zur Verbesserung Ihrer Kommunikation

Neugier Gehen Sie mit neugierig und mit offenen Augen durch die Welt. Beobachten Sie die Menschen, lernen Sie Neues kennen. Ordnen Sie für sich ein, was positiv und anwendbar ist oder was sie so vielleicht nicht tun wollen.

Medien Lesen Sie! Hören Sie! Durch Bücher, das Internet, Audios, Videos etc. können Sie viel Neues rund um die Kommunikation lernen. So können Sie sich wichtige Grundlagen selbst beibringen. Es muss nicht immer eine teure Fortbildung sein.

Aktivität Gehen Sie raus! Sie lernen von Ihrem Schreibtisch oder von Ihrem Sofa aus wenig Neues. Nehmen Sie Schauspielunterricht. Besuchen Sie Vorträge, gehen Sie ins Kino oder Theater. Beobachten Sie dort die Kommunikation der anderen Menschen. Was können Sie lernen?

Kreativität Um gut zu kommunizieren, üben Sie sich in Kreativität. Versuchen Sie neue und vielleicht auch ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Auf eine schwierige Frage gekonnt und kreativ antworten, bedarf einiger Übung. Seien Sie mutig und vor allem fehlerfreundlich mit sich selbst. Es hilft, Sie sich zu Beginn noch gute Argumente zurecht zu legen. Es wird mit der Zeit immer leichter, schlagfertig zu reagieren.

Stärken Ein gesundes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gehören zu einer gelungenen Kommunikation. Machen Sie sich bewusst, welche Stärken Sie haben. Konzentrieren Sie sich auf diese Stärken. Schicken Sie Ihre Schwächen vorerst in den Innendienst.

Machen Wenden Sie neu gelernte Dinge an. Wissen reicht leider nicht aus. Sie müssen angewendet und umgesetzt werden. Ihre Kommunikation können Sie nur durch die Kommunikation verbessern.

3 Anwendungsmöglichkeiten

  1. Hören Sie hin, was der andere wirklich sagt. Lassen Sie ausreden. Wenn Sie etwas nicht verstehen interpretieren Sie nicht. Fragen Sie nach, ob das was Sie gehört haben, richtig ist. „Wie genau meinst du das?“ „Habe ich dich richtig verstanden…?“ „Worauf beziehst du das?“ etc.
  2. Zeigen Sie Interesse und Verständnis. Und zwar aufrecht und ehrlich! Nörgeln Sie nicht rum und bewerten Sie nicht sofort. Versuchen Sie stattdessen, zunächst die Belange des anderen zu verstehen.
  3. Formulieren Sie klar und deutlich, was Sie tatsächlich wollen. Eiern Sie nicht rum. Nehmen Sie sich Zeit zur Selbstreflexion. Es ist hilfreich, zuerst darüber nachzudenken, was Ihnen wichtig ist. Wenn Sie im Innen Klarheit haben, können Sie auch nach außen klar sein. Üben Sie die richtigen Worte zu finden und seien Sie nicht so streng mit sich. Falls etwas schräg ankommt, versuchen Sie ein andere Formulierung. Je genauer Sie sich ausdrücken, desto klarer, nachvollziehbarer und weniger angreifbar sind Sie.

Kommunikation Transparenz

Der wichtigste Aspekt, um kontinuierlich Ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern ist ein offener Geist, ein offenes Herz und Ihr persönlicher Wille, etwas Neues zu lernen.

Weitere Betrachtungen

Loriot war ein fantastischer Beobachter und hat uns verschiedenste wunderbare Beispiele für, nun ja, nicht sehr gelungene Kommunikation hinterlassen:

Die Bundestagsrede

Das Kleid – Ein Ehepaar: Mann (M) und Frau (F)

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F:  Wie findest du mein Kleid?
M: Welches?
F:  Das ich anhabe.
M: Besonders hübsch.
F:  Oder findest du das grüne schöner?
M: Das grüne?
F:  Das Halblang mit dem spitzen Ausschnitt.
M: Nein.
F:  Was ’nein‘?
M: Ich finde es nicht schöner als das was du anhast.
F:  Du hast gesagt, es stünde mir so gut.
M: Ja. Es steht dir gut.
F:  Warum findest du es dann nicht schöner?
M: Ich finde das was du anhast sehr schön und das andere steht dir auch gut.
F:  Ach. Dies hier steht mir also nicht so gut?
M: Doch. Auch.
F:  Dann zieh ich das lange blaue mit den Schößchen noch mal über.
M: Ahja.
F:  Oder gefällt dir das nicht?
M: Doch.
F:  Ich denke, es ist dein Lieblingskleid?
M: Ja.
F:  Dann gefällt es dir doch besser als das was ich anhabe und das halblange grüne mit dem spitzen Ausschnitt.
M: Ich finde du siehst toll aus in dem was du anhast.
F:  Komplimente helfen mir im Moment überhaupt nicht.
M: Gut, dann zieh das lange blaue mit den Schößchen an.
F:  Du findest also gar nicht so toll was ich anhabe!
M: Doch, aber es gefällt dir ja scheinbar nicht.
F:  Es gefällt mir nicht? Es ist das schönste was ich habe.
M: Dann behalt es doch an.
F:  Eben hast du gesagt, ich soll das lange blaue mit den Schößchen anziehen.
M: Du kannst das blaue mit den Schößchen anziehen, oder das grüne mit dem spitzen Ausschnitt, oder das was du anhast.“
F:  Aha, es ist dir also völlig Wurst was ich anhabe.
M: Dann nimm das grüne, das wunderhübsche grüne mit dem spitzen Ausschnitt.
F:  Erst soll ich das hier anbehalten, dann soll ich das blaue anziehen und jetzt auf einmal das grüne?
M: Liebling du kannst doch…
F:  Ich kann mit dir über Atommüll reden, über Ölkrise, Wahlkampf und Umweltverschmutzung, aber über nichts Wichtiges!

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Ihre Aline Kramer

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