„Ich denke lieber quergestreift, als kleinkariert.“

Eine Erinnerung
Da stand meine Mutter mit nackten Beinen, ohne Schuhe, mit Winterjacke und Mütze auf dem Kopf und sagte: „Nun komm, wir müssen los.“ Ich schaute sie mit großen Augen an. „Du hast keine Hose an.“ bemerkte ich. „Na und, du ja auch nicht.“ sagte sie. Auweia, was für eine peinliche Situation. Was war passiert? Es war ein normaler Schultag. Ich hatte keine Lust mich anzuziehen und trödelte vor mich hin. Meine Mutter hatte es sehr eilig und war es offensichtlich leid, mich zu ermahnen. Dann gehen wir eben ohne Hose, na und, was soll`s.  So schnell war ich noch nie angezogen. Was für eine kreative und lustige Idee.

Um die Ecke denken, mal die Perspektive wechseln, offen für andere Wege sein, macht uns flexibel. Eine Lieblingsliedzeile aus einem Songtext, den ich geschrieben habe für meine Band soalsojedenfalls, lautet: „Ich denke lieber quergestreift, als kleinkariert.“ Die gute Nachricht ist, dass wir bei einem Perspektivwechsel, aus dem Rahmen fallen und um die Ecke denken üben können.

Zunächst eine Aufgabe zum kreativen Denken! Eine Lösung finden Sie am Ende der Seite. Ganz nach unten scrollen. Aber nicht schmulen!!


Kreativität wird häufig mit gestaltenden Tätigkeiten in Verbindung gebracht. Deshalb höre ich oft Aussagen wie: „Ich bastel gar nicht gern, ich kann nicht malen, ich bin nicht kreativ.“ Sicher gibt es so etwas wie ein künstlerisches Talent, aber das ist gar nicht so entscheidend. Jeder Mensch kann denken, also ist auch jeder Mensch kreativ. Wir erzeugen Gedanken, entwickeln Neues, haben wilde Ideen in allen möglichen Lebenslagen. Wir ergänzen schon Dagewesenes, versuchen anderes Vorgehen und erweitern so unsere Handlungsmöglichkeiten. Ob wir jemanden beschenken wollen, ein Essen zubereiten, ein Outfit für einen bestimmten Anlass zusammenstellen, den Garten bepflanzen oder Arbeitsprozesse überdenken.
Tagtäglich sind wir kreativ.

Nicht selten erlebe ich Situationen, in denen sich Menschen blockiert fühlen, sich ausbremsen, sich nicht erlauben neu, anders zu denken, geschweige denn es zu sein. Ja, manchmal hindern Vorgaben von außen, wie ungünstige Rahmenbedingungen oder starre Strukturen. Vor allem aber machen uns alte Denkmuster zu schaffen. Die sind eben da, programmiert und werden wenig hinterfragt. Schon ein bewusstes Wahrnehmen dieser Muster und Glaubenssätze, ist ein riesiger Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Gedankenfreiheit.

Bisweilen belastet uns auch ein sehr hoher Stresspegel. Wann kommen Ihnen denn die besten Ideen? Wenn Sie in Hektik sind? Wohl kaum. Hier ist es sehr hilfreich, nichts zu tun, sich zu langweilen. Langeweile regt das Gehirn an. In die Luft glotzen ist super. Unser Geist ist immer in Bewegung und BUMS ist irgendein Gedanke da. Von unseren Kindern können wir uns das fantastisch abgucken. Unbeschwert und ganz natürlich entstehen die originellsten Einfälle.

Üben Sie assoziieren!
Meine Coaching- oder Supervisionssitzungen beginnen immer mit einer Assoziationsrunde. Es ist eine Einstiegsrunde: Wie bin ich heute da? Wie geht es mir? Ich erfasse so recht schnell Stimmungen und Themenfetzen. Assoziationsmittel sind unterschiedlichste Bildkarten zum Beispiel Türen, Schuhe, Gefühlsmonster oder Dinge wie zum Beispiel Schlüssel, Tiere, Naturmaterialen oder Instrumente. Jeder sucht das für sich passenden heraus und sagt ein paar kurze Sätze dazu. Welche Ideen, Assoziationen gibt es? Es ist immer so spannend und eine wahre Freude, wie originell die Antworten sind. Ein Bild erzählt mindestens 100 Geschichten. Dieser Blick öffnet den Geist, oft wird gelacht und Positives wird fokussiert. Damit ist die Basis für eine produktive Sitzung gelegt, es gibt frischen Wind und neue Denkweisen. Versuchen Sie es einfach auch so für sich. Wählen Sie ein Mittel aus und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

Gedankenknoten lösen

Sie wollen einen gedanklichen Knoten lösen, einen erfrischenden Blick auf Problemstellungen bekommen und aus festgefahrenen Denkmustern ausbrechen? Versuchen Sie sich mal in der Kuchenmethode von Burkhard Heidenberger.

  1. Schritt: Tragen Sie alle Zutaten zusammen

Notieren Sie alles, was Ihnen zum jeweiligen Thema einfällt. ALLES, was irgendwie dazugehört. Gedanken, Inputs, Informationen, Rahmenbedingungen etc. Schon hier findet Entlastung statt, weil man wirklich alles aufschreibt.

  1. Schritt: Vermengen Sie die Zutaten zu einem Teig

Mischen Sie die „Zutaten“ durch Pfeile, Symbole und Linien. Was zusammengehört wird verbunden, was unwichtig scheint gestrichen, was wichtig ist markiert und was noch einfällt ergänzt. Der entstehende „Gedankenteig“ muss keiner Systematik oder Ordnung unterliegen.

  1. Schritt: Lassen Sie den Teig in Ruhe gehen

Legen Sie die Notizen jetzt zur Seite. Der Teig muss nun ruhen und braucht Zeit zum Gehen. Sie können pausieren und etwas ganz anderes tun.

  1. Schritt: Verarbeiten Sie den Teig weiter und backen den Kuchen

„Das Unterbewusstsein arbeitet mit den zu Papier gebrachten Gedanken. Es liefert plötzlich und oft unerwartet Lösungsvorschläge, mit denen man weiterarbeiten kann.“ (Heidenberger)

Hilfreich ist auch die kreative Methode zum Thema Klarheit zu der Sie gelangen, wenn Sie auf den Button unter diesem Beitrag klicken.

Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

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Herr

 

Lösung der Übung kreatives Denken!

 

Haben Sie es allein hinbekommen? Haben Sie vielleicht sogar noch andere Lösungen gefunden?
Wie immer freue ich mich, über ein reges Gedankenkramen mit Ihnen.

Alles Gute!
Ihre Aline Kramer