Coaching für Führungskräfte

Coaching für Führungskräfte: Fünf Geschichten aus meiner Praxis
Erinnerungen
Mit 36 war ich zum ersten Mal Chefin, von 40 Mitarbeiter:innen, in Teilzeit, mit zwei Schulkindern. Was eine Chefin eigentlich sein sollte, war mir damals überhaupt nicht klar. Ich hatte gute Ideen, viel Energie und den festen Plan, es allen recht zu machen. Das hat eine Weile funktioniert. Jedenfalls von außen.
Von Führungskräften wird erwartet, dass sie Antworten haben, Entscheidungen treffen und Sicherheit geben. Sie sollen Leistung möglich machen, Konflikte lösen, ihre Mitarbeitenden weiterbringen und Veränderungen begleiten. Und bei alledem sollen sie selbst belastbar bleiben und einen kühlen Kopf behalten. Nach außen wirkt das oft klar. Wie es drinnen aussieht, fragt selten jemand.
Erfahrungen
Im Coaching höre ich immer wieder ähnliche Fragen: Wie treffe ich die richtige Entscheidung? Wie gehe ich mit Erwartungen um, die sich widersprechen? Wie grenze ich mich besser ab? Wie bleibe ich in meiner Rolle echt? Und wie behalte ich einen klaren Kopf, wenn der Druck steigt?
Methoden helfen dabei. Das wichtigste Werkzeug in der Führung sind aber Sie selbst, und im Coaching ist Zeit, genau dieses Werkzeug in Ruhe anzuschauen. Fünf Geschichten aus meiner Praxis, anonymisiert:
Zwischen allen Stühlen
Eine Bereichsleiterin rieb sich zwischen Geschäftsführung und Team auf. Von oben kamen neue Anforderungen und Sparvorgaben, das Team wünschte sich Unterstützung und Entlastung. Sie wollte es allen recht machen und arbeitete längst an ihrer Belastungsgrenze. Im Coaching stießen wir darauf, was sie eigentlich so unter Druck setzte: ihr Anspruch, niemanden enttäuschen zu dürfen. Die Lage selbst war schwierig, aber dieser Anspruch machte sie fast unlösbar. Den Antreiber „Mach es allen recht“ kenne ich übrigens gut. Leichter wurde es für sie, als sie ihre Rolle neu beschrieb und klare Prioritäten setzte.
Das Team spricht nicht mehr miteinander
In einem Leitungsteam stritten zwei langjährige Mitarbeitende immer wieder, beide fachlich sehr gut. Jedes Gespräch endete in gegenseitigen Vorwürfen. Ihre Führungskraft vermittelte, glättete und geriet dabei selbst immer mehr unter Druck. Im Coaching wurde deutlich, dass sie die ganze Verantwortung für den Konflikt übernommen hatte. Als sie den beiden ihre Eigenverantwortung zurückgab und klare Gesprächsregeln einforderte, kam Bewegung in die Sache. Konflikte lösen sich selten durch Schweigen. Sie brauchen Aufmerksamkeit, und sie brauchen Menschen, die bereit sind, die Sicht der anderen anzuhören.
„Mit ihm komme ich einfach nicht klar“
Das sagte ein Teamleiter über einen seiner Mitarbeiter. Er beschrieb ihn als schwierig, unkooperativ und ständig negativ, und jedes Gespräch lief ins Leere. Im Coaching schauten wir auch darauf, was zwischen den beiden passierte. Dabei zeigte sich, dass hier zwei sehr unterschiedliche Arten zu reden aufeinanderprallten. Über Nacht änderte sich die Lage nicht. Aber der Teamleiter verstand jetzt, was da passierte, und konnte deutlich gelassener reagieren. Wer uns schwierig vorkommt, ist es oft gar nicht. Manchmal fehlt ein Stück Verständnis füreinander und der Wille sich aufeinander einzulassen.
Gestern Kollegin, heute Chefin
Eine frisch ernannte Führungskraft hatte ständig ein schlechtes Gewissen. Sie wollte weiter zum Team gehören und gleichzeitig leiten. Also schob sie Entscheidungen auf, ging Konflikten aus dem Weg, und die Grenzen verschwammen immer mehr. Im Coaching wurde klar: Sie versuchte, Kollegin und Chefin zugleich zu sein. Als sie ihre neue Rolle annahm und bewusst gestaltete, wurde sie sicherer und hatte plötzlich viel mehr Spielraum. Neue Führungskräfte haben meistens genug Fachwissen. Was ihnen fehlt, ist Orientierung und Klarheit in der neuen Rolle.
Immer beschäftigt, nie fertig
Ein Geschäftsführer arbeitete ständig und wurde trotzdem nie fertig. Selbst im Urlaub kreisten seine Gedanken um die offenen Themen. Er schlief schlechter und wurde gereizter. Im Coaching zeigte sich, dass ihn nicht nur die Menge der Arbeit belastete. Dahinter standen zwei Sätze, die ihn schon lange begleiteten: „Ich muss alles im Griff haben.“ und „Ich darf keine Schwäche zeigen.“ Als diese Ansprüche sichtbar wurden, konnte er anders mit seiner Verantwortung umgehen. Hier steckte die Überforderung nicht nur im vollen Terminkalender, sondern vor allem in den eigenen Maßstäben.
Experimente
Führung beginnt bei uns selbst. Nehmen Sie sich zehn Minuten und eine dieser Fragen mit in die nächste Woche:
- Wie gehe ich mit Druck um?
- Wie klar sage ich, was ich will?
- Wie gut kenne ich meine Grenzen?
- Wie bewusst treffe ich meine Entscheidungen?
Führen heißt organisieren, delegieren und entscheiden. Und es heißt, in schwierigen Lagen handlungsfähig zu bleiben, Orientierung zu geben und sich selbst dabei nicht aus dem Blick zu verlieren.

Und wenn Sie nicht allein weiterdenken wollen
Vielleicht kracht es gerade in Ihrem Team, vielleicht fühlen Sie sich in Ihrer Rolle noch unsicher, oder die Belastung ist schon lange zu hoch. Im Coaching ist Platz für Zweifel, Konflikte und Unsicherheit. Perfekte Lösungen suchen wir dabei nicht. Wir schauen, was Ihnen neue Möglichkeiten zum Handeln gibt. Sie müssen nicht alles allein lösen. Und ein neuer Blick auf Ihre Lage verändert oft mehr als zehn weitere To-do-Listen.
Na, neugierig geworden? Im kostenlosen Kennenlerngespräch erzählen Sie mir, was Sie gerade beschäftigt, und wir überlegen gemeinsam, welche Unterstützung Ihnen helfen könnte. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen. Mehr zum Coaching für Führungskräfte
